Zecken in Österreich: Risiken erkennen, Mythen entlarven, richtig schützen.

Zecken sind keine Insekten, sondern Spinnentiere (Klasse Arachnida, Ordnung Ixodida). In Österreich ist der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus) die bei weitem wichtigste Art für den Menschen: Er sticht häufig und kann Erreger wie Borrelien (Lyme-Borreliose) und das FSME-Virus übertragen. Die Zecken-Aktivität beginnt oft schon bei milderen Wintertemperaturen und dauert heute vielerorts fast ganzjährig an. Im Folgenden finden Sie einen Überblick zu Biologie, Lebensweise, Symptomen, Prävention, Zeckenentfernung und Mythen.

Was ist Ixodes ricinus – “Gemeiner Holzbock”?

Die heimische Zecke Ixodes ricinus weist klar definierte biologische Merkmale, einen mehrjährigen Entwicklungszyklus und ein charakteristisches Wirts‑ und Suchverhalten auf.

Systematik und Merkmale: Ixodes ricinus ist eine Schildzecke (Ixodidae). Weibchen sind im ungesogenen Zustand ungefähr 3 bis 4 Millimeter lang (vollgesogen deutlich größer). Zecken haben acht Beine (Larven sechs), besitzen kein Sprungvermögen und Fliegen nicht.

Drei‑Wirte‑Zecke: Der Lebenszyklus benötigt drei Blutmahlzeiten an verschiedenen Wirten jeweils in den Stadien Larve → Nymphe → adultes Tier. Nach jeder Mahlzeit fällt die Zecke ab, häutet sich und sucht den nächsten Wirt. Der Gesamtzyklus dauert meist zwei bis drei Jahre und ist temperatur‑ und feuchtigkeitsabhängig.

Habitat und Verhalten: Zecken „questen“, d. h. sie klettern auf Gräser und niedrige Büsche (typischerweise in 10 bis 150 Zentimetern Höhe) und lauern auf geeignete Wirte. Dabei klammert sich die Zecke mit den Hinterbeinen an die Pflanze, streckt die Vorderbeine aus und lässt sich beim Erkennen von Schweiß vorbeigehender Wirte wie Menschen oder Tieren abstreifen. Sie klammert sich am Wirt fest bzw. sucht eine geeignete Einstichstelle. Da sie keine Augen hat, kann die Zecke leichte Erschütterungen durch das Gehen des geeigneten Warmblüter-Wirtes wahrnehmen.

Aktiv werden Zecken bereits ab sieben bis acht Grad Celsius Außentemperatur, und sie bevorzugen feuchte, schattige Standorte wie abgefallenes Laub auf dem Boden. Davor befinden sie sich in einer Winterstarre und überstehen sogar leichte Minustemperaturen. Der Klimawandel begünstigt längere Aktivitätsperioden, d. h. Zecken sind über eine längere Zeitspanne aktiv.

Lebensweise und Entwicklungszyklen

Der Lebenszyklus von Zecken sowie ihre ökologischen Anforderungen beeinflussen Auftreten, Aktivität und Verbreitung der Spinnentiere.

Entwicklungsstadien

 

schematische Darstellung der drei Entwicklungsstadien
  • Ei und Larve: Weibchen legen 1.000 bis 3.000 Eier in die Umgebung. Larven stechen v. a. Kleinsäuger/Vögel.
  • Nymphe: Dies ist das Hauptstadium für menschliche Stiche in Europa. Die Nymphe sticht bevorzugt an gut durchbluteten, warmen Hautarealen, wobei der Stich selbst für den Wirt schmerzlos ist, da Zeckenspeichel eine Art Betäubungsmittel beinhaltet.
  • adultes Tier: Weibchen saugen mehrere Tage, dabei geben sie mögliche Krankheitserreger an ihren Wirt ab. Männchen saugen kaum und wenn, nur kurz. Nach der letzten Mahlzeit fallen Weibchen ab und legen Eier, danach sterben sie.

Ökologie und Klima

Zecken benötigen hohe Luftfeuchte (mehr als achtzig Prozent) und reagieren empfindlich auf Austrocknung, daher bevorzugen sie Laub‑/Mischwälder, parkähnliche Grünflächen und Waldränder. Mit steigenden Temperaturen verschieben sich die Aktivitätsfenster, sie sind teilweise schon bei winterlich-mildem Wetter aktiv.

Von Zecken übertragene Krankheiten

Zecken können unterschiedliche Erkrankungen übertragen, besonders relevant sind FSME und Lyme‑Borreliose, die sich in Erreger, Verlauf und Behandlung deutlich unterscheiden.

FSME – Frühsommer-Meningoenzephalitis (Entzündung des Gehirns bzw. der Hirnhaut)

Österreich ist in Europa Vorreiter, da FSME in unserer Heimat am meisten vorkommt.

Erreger: FSME‑Virus

Übertragung: Die Ansteckung erfolgt v. a. durch einen Zeckenstich, selten durch Rohmilch infizierter Tiere.

Verlauf: Dieser ist in zwei Phasen möglich – erst in einer grippalen Phase, die einige Tage andauert. Nach einer Pause bis zu einer Woche beginnt die neurologische Phase (Meningitis = Gehirnhaut-Entzündung/Enzephalitis = Entzündung des Gehirns) mit potenziell langanhaltenden Folgen für das Nervensystem. Ungefähr ein Prozent der Patient*innen mit Symptomen wie Lähmungen oder Krampfanfällen verstirbt.

Therapie: Die Behandlung erfolgt nur symptomatisch, also Beschwerden werden gelindert, nicht die eigentliche Krankheitsursache bekämpft. Die FSME-Impfung ist die wirksamste Prävention und erfolgt in drei Teilimpfungen.

Lyme Borreliose (Borreliose)

Erreger: Borrelia burgdorferi s. l. (Bakterie)

Frühsymptom: Die Wanderröte (Erythema migrans) ist eine ringförmige, sich ausweitende Rötung, die drei bis 30 Tage nach dem Stich, aber nicht bei allen Infizierten auftritt.

Therapie: Antibiotika

Zecken erkennen: Symptome nach dem Stich

Nach einem Zeckenstich ist es wichtig, die Hautveränderungen richtig einzuordnen, denn nicht jede Rötung ist harmlos.

Frühe Hautzeichen

kleine Rötung: Diese ist direkt nach dem Stich in unbestimmter Form zu sehen, kann jucken und bedeutet keine Wanderröte.

Wanderröte (Erythema migrans): Lassen Sie eine sich verbreitende Rötung mit ringförmiger Aufhellung, die oft schmerz‑ bzw. juckfrei ist, ärztlich abklären und antibiotisch behandeln.  

kleine Rötung nach dem Stich ggü. Wanderröte (Erythema migrans)

Allgemeinsymptome

Als Anzeichen nach einem Zeckenstich können Fieber, Müdigkeit, Kopf-/Gliederschmerzen sowie geschwollene Lymphknoten je nach Erreger und Stadium auftreten. Bei neurologischen Beschwerden wie einer Gesichtslähmung oder starken Kopf‑ bzw. Nackenschmerzen ist eine sofortige ärztliche Abklärung ratsam.

Prävention: So schützten Sie sich effektiv vor Zecken!

Ein wirksamer Zeckenschutz basiert auf dem Zusammenspiel aus richtigem Verhalten, geeigneter Kleidung, verlässlichen Repellents (das sind Produkte, die beispielsweise Insekten fernhalten) und in FSME‑Risikogebieten aus einer rechtzeitigen Impfung.

Verhalten und Kleidung

  • Meiden Sie hohes Gras, Unterholz und Laubstreu. Tragen Sie geschlossene Kleidung wie lange Hose, Socken über die Hosenbeine und feste Schuhe. Helle Stoffe erleichtern Ihnen eine Sichtkontrolle. Suchen Sie nach Aufenthalten im Grünen den ganzen Körper ab und denken Sie an den Haaransatz und Kopf – besonders bei Kindern – die Ohren, Achseln, den Bauchnabel, die Leistengegend sowie die Kniekehlen.
  • Anti‑Zecken‑Bekleidung (mit dem Insektizid Permethrin imprägniert) kann wirksam sein.

Repellents (Hautschutz)

  • Repellents mit den chemischen Insektenabwehrmitteln DEET oder Icaridin haben die beste Evidenz. DEET wirkt lang (bis zu acht Stunden), kann allerdings Kunststoffe angreifen. Icaridin gilt hautfreundlicher und zudem wirksam gegen Zecken und ist für Kinder ab zwei Jahren geeignet. Pflanzliche Wirkstoffe wie PMD oder Citriodiol wirken kürzer. Hinweis: Repellents sind keine Insektizide, d. h. sie verhindern Stiche, töten aber keine Zecken.
  • Umwelt und Haustiere: Repellents und Biozide können Gewässerorganismen schädigen. Kleintiere wie Katzen und kleine Hunderassen sind extrem empfindlich gegenüber Pyrethrinen/Pyrethroiden. Setzen Sie diese nicht Repellents und Bioziden aus, also wenden Sie solche Sprays nie auf Tieren an!

Impfung (FSME)

  • Die FSME‑Impfung wird in Österreich breit empfohlen und es gibt einen Impfplan, der die Grundimmunisierung in drei Dosen sowie Auffrischungsimpfungen gemäß Alter empfiehlt. Besonders wichtig ist ein Schutz gegen FSME für Personen, die sich oft in der Natur bzw. dem Wald bewegen.

Zecken Schritt für Schritt richtig entfernen

Bei einem Zeckenstich zählt jede Minute: Je schneller die Zecke korrekt entfernt wird, desto geringer ist das Risiko einer Krankheitsübertragung. Mit der richtigen Technik lässt sich das sicher und effektiv durchführen.

Anleitung

WICHTIG: So früh wie möglich entfernen, je kürzer die Saugdauer, desto geringer das Borreliose‑Risiko (FSME‑Viren können schon früh übertragen werden).

  1. Werkzeug: spitze Pinzette, Zeckenkarte oder Zeckenhaken – eine Art Zange – bereitlegen
  2. Greifen: Zecke hautnah am Kopf bzw. dem Stechapparat fassen und nicht am Hinterleib quetschen. Ansonsten würde das menschliche Blut, das die Zecke bereits gesaugt hat, über den Zeckendarm wieder zurück in die Hautwunde gelangen. Dies erhöht die Gefahr einer Infektion!
  3. Ziehen: ruhig, gerade nach oben herausziehen, nicht drehen, kein Öl/keinen Klebstoff zum Lösen verwenden, das erhöht Speichelabgabe und dadurch die Erregerübertragung nur Möglichst die gesamte Zecke entfernen, da sich bei einem abgetrennten Kopf, der in der Stichwunde steckenbleibt, die umliegende Haut entzünden kann.
  4. Entsorgen und desinfizieren: Zecke z. B. in einem Gefäß mit Schraubdeckel gefüllt mit Alkohol entsorgen, Stichstelle und Hände desinfizieren, den Körper weiter beobachten (v. a. auf Wanderröte)
  5. Zum Arzt: bei Wanderröte, grippeähnlichen Symptomen oder unsicherer Entfernung (der Zeckenkopf ist in der Haut steckengeblieben) ärztlich abklären lassen

Mythen über Zecken: Was stimmt und was nicht?

Mythos 1: Zecken fallen von Bäumen.

Falsch. Zecken klettern auf Gräser/Sträucher (bis ~1,5 Meter Höhe) und greifen beim Vorbeistreifen eine Wirtes zu.

Mythos 2: Zecken springen und/oder fliegen.

Falsch. Sie springen und fliegen nicht, sie „questen“ und krabbeln.

Mythos 3: Zecken ersticken in Öl oder Klebstoff und sind dann leichter zu entfernen.

Falsch. Im Gegenteil: Das erhöht die Speichel- und damit Erregerabgabe. Daher ist eine sofortige, korrekte Entfernung entscheidend.

Mythos 4: Zecken sind nur im Sommer aktiv.

Falsch. Zecken sind bereits ab sieben bis acht Grad Celsius Außentemperatur und auch im Frühjahr/Herbst und bei milden Wintern aktiv.

Mythos 5: Jede Zecke macht krank.

Falsch. Nicht jede Zecke trägt Erreger, das Risiko steigt mit der Saugdauer. Frühe Entfernung und Prävention senken das Risiko deutlich.

Umgebung und Haushalt: Was tun bei Zecken in Textilien und Wohnräumen?

Zecken stammen in der Regel aus dem Freiland; eine „Invasion“ im Wohnraum ist äußerst selten. Einzelne Tiere können jedoch über Kleidung, Rucksäcke oder Haustiere eingeschleppt werden.

Behandlung der kontaminierten Gegenstände und Textilien

Textilien waschen/trocknen (mindestens bei 60 Grad Celsius bzw. im heißen Trockner). Nicht alle Gegenstände und Textilien im Wohnbereich z.B.:  Hundebetten, Kratzbäume, Tierkörbchen, Teppiche oder Sofas lassen sich oft nicht bei 60 °C waschen und die Reinigung ist zeitaufwändig. Daher empfiehlt es sich, zusätzlich immer einen Umgebungsspray anzuwenden. Am besten eignen sich dafür spezielle Insektenbekämpfungssprays, wie z. B. Pistal® Insektenspray. Der Pistal® Insektenspray auf 100 % Pflanzenbasis* ist ein Umgebungsspray und sowohl für den Innen- als auch Außenbereich geeignet, also ideal für den Einsatz auf Möbeln, Textilien, Tierkörbchen usw.

Die besonderen Eigenschaften des Pistal® Insektensprays: 

  • wirkt sofort und effektiv1 
  • reizt nicht bei sachgemäßer Anwendung
  • hinterlässt keine Flecken
  • ist in den Varianten geruchlos oder mit Citronella-Duft erhältlich

ACHTUNG:

  • Nicht auf Lebensmittel oder Flächen sprühen, die mit Lebensmitteln in Kontakt kommen.
  • Nicht auf Menschen oder Tiere sprühen! Der Spray ist auch an Orten wirksam, an denen Haustiere leben, wie Tierkörbchen, Katzen-Kratzbäumen usw.
  • Verwenden Sie Pistal® nicht in der Umgebung von kleinen Tieren, Katzen, Vögeln, Fischen oder Reptilien!
  • Nach der Anwendung den Raum 30 Minuten lüften.

Fazit: Gehen Sie gut informiert in die Zeckensaison!

Zecken sind ein allgegenwärtiger Bestandteil unserer Natur. Richtige Vorbeugung, schnelle Entfernung, FSME‑Impfschutz und das Erkennen von Warnzeichen (v. a. Wanderröte) sind der Schlüssel, um Risiken deutlich zu reduzieren. Gleichzeitig gilt: Nicht jede Zecke überträgt einen Erreger: Bleiben Sie gelassen, aber handeln Sie konsequent! Für Österreich bieten AGES, MedUni Wien und der Impfplan aktuelle Risikohinweise und Empfehlungen.

Wie bei allen Bioziden vorsichtig und nicht in der Umgebung von Jungtieren, Katzen, Vögeln und Reptilien verwenden! Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen. 

* Wirkstoff: 100 % pflanzenbasierter Pyrethrum-Extrakt aus der Chrysanthemenblüte 1 Quelle: Efficacy of an aerosol product upon direct Spray treatment, C. Linn. 28-04-20
PISTAL_2026_008 | Stand: April 2026

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